Weidewelt

Juni 2020

Biodiversitätsindikatorenfutterhabitat– alles klar, oder? 

Auf die einfachen Dinge im Leben kommt es an. Weidekühe haben meist eine so gelassene Ausstrahlung, dass sie diese Aussage wohl ohne weiteres bestätigen würden. 

Dieses Fremdwort ist Mist 

Genau. Und obwohl ein Biodiversitätsindikatorenfutterhabitat tatsächlich erstmal nicht mehr als ein Kuhfladen auf einer Weide ist, so ist er zwar Mist, aber auch viel mehr als das. 

Weiden gegen Insektensterben  

Seit dem Ende der 80er Jahre wird beobachtet, dass die Zahl der Fluginsekten in einigen Regionen innerhalb unseres Landes um bis zu 70 % zurückgeht. Das hat zur Folge, dass in unserer Natur viele aufeinander abgestimmte Prozesse durcheinander und somit aus dem Gleichgewicht geraten. So sind Insekten schließlich ein Teil vieler tierischer Nahrungsketten und spielen darüber hinaus auch eine wichtige Rolle in der Pflanzenwelt. Niemand mag sich vorstellen, welche weitreichenden Folgen der Verlust von unseren Feld-und Wiesenvögeln für unsere Artenvielfalt und somit für unser wertvolles Landschaftsbild hätte.

Wissenschaftler bringen das Phänomen des Insektensterbens auch mit dem Rückgang der Weidehaltung in Verbindung. Denn tatsächlich ist es so, dass eine einzelne Kuh bis zu 10 Tonnen Kuhfladen-Masse pro Jahr erzeugt –und in jedem einzelnen Kuhfladen, der nicht in den Stall, sondern auf die Weide fällt, kann im Schnitt  260 Gramm Insektenmasse entsehen. Ein solcher Kuhfladen bietet so Nahrung für beispielsweise eine Trappe (Wiesenvogel), oder für drei Schwarzstörche, oder für 300 Feldlerchen, oder 125 Stare, oder 200 Grasfrösche, oder, oder, oder.

Wenn man diese Leistungauf eine ganze Herde und ein ganzes Jahr hochrechnet wird alles wieder ganz einfach: 
Im Stall muss ordentlich ausgemistet werden. Denn Kühe sorgen für echte Biodiversitätsindikatorenfutterhabitate und gehören deshalb für den Schutz der Artenvielfalt so oft wie möglich auf die Weide. 
#proweideland 


Mai 2020

Zwischen Wiesen und Weiden die Seele baumeln lassen – zeigt uns eure schönsten Fotos

Kontaktbeschränkung, zuhause bleiben, Abstand halten. Das Corona-Virus stellt unseren sonst oftmals durchgetakteten Alltag ganz schön auf die Probe. Das Leben konzentriert sich wieder mehr auf einen selbst. Sonntagspaziergänge finden auf einmal fast täglich statt. Wir schlagen neue Wege ein und lernen unsere Umgebung von anderen Seiten kennen, entdecken heimische Weiden und Wiesen bewusster, die uns einladen, frische Luft zu schnappen und die Seele baumeln zu lassen. 

Kühe grasen wieder auf den Weiden, Vögel zwitschern von den Bäumen, Schmetterlinge und Bienen fliegen von Blume zu Blume und die Schäfchenwolken ziehen langsam am blauen Himmel vorbei. So schön kann unsere Umgebung sein.

Natur genießen und schützen 

So schafft es die Natur, uns auch in unruhigen Zeiten immer wieder aufzumuntern. Damit das auch so bleibt, ist es wichtig, unsere Kulturlandschaft, diese wertvolle Ressource, zu schützen. Durch den Erhalt des Dauergrünlands wird nicht nur der Lebensraum von vielen Tieren bewahrt, sondern auch ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Denn Wiesen und Weiden binden jährlich etwa bis zu 100 Tonnen Kohlendioxid pro Hektar.

Natur verbindet eben – und das ist doch auch das Schöne daran. Nehmt beim nächsten Spaziergang durch das Grünland einfach eure Kamera mit, oder noch einfacher euer Handy, und zeigt uns eure schönsten Motive auf Facebook oder Instagram – wir freuen uns. #proweideland