Weidewelt

Können Sie sich eine grüne Weide ohne grasende Kühe vorstellen?

Wir uns auch nicht!

Warum die Förderung der Weidehaltung wichtig ist

Dem aufmerksamen Auge entgeht nicht, dass sich seit einigen Jahren ein Wandel in unserer Milchviehhaltung vollzieht. Immer mehr Betriebe sehen sich gezwungen, die Weidehaltung aus wirtschaftlichen Gründen zugunsten ganzjähriger Stallhaltung aufzugeben. Würde sich niemand für die Weidehaltung stark machen, so würde in einigen Jahren nur noch ein kleiner Anteil unserer Milchviehbetriebe Weidehaltung betreiben und grasende Kühe würden aus dem Landschaftsbild verschwinden.

Weide und Klimaschutz

In Europa sind nicht die Pflanzen Kohlenstoffspeicher Nr. 1, sondern vor allem die Böden. Grünland zählt dabei nach den Mooren und Feuchtgebieten zu den wichtigsten CO2-Senken. Der Humusgehalt natürlicher Weiden und Wiesen ist so hoch, dass sie pro Hektar etwa doppelt so viel Kohlenstoff speichern wie Ackerland. Mit unserer nachhaltigen Weidenutzung sorgen wir für gesunde Böden, die große Mengen des schädlichen Klimagases aus der Atmosphäre ziehen und es im Humus speichern.

Fütterungskriterien

Unsere PRO WEIDELAND-Milchbauern garantieren an 365 Tagen im Jahr eine Fütterung ohne gentechnisch veränderte Organismen. Das „Ohne Gentechnik“-Siegel wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) entwickelt und wird vom Verband Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) vergeben.

Möglichst oft auf die Weide

Was wäre Weidemilch ohne möglichst viel Weide? Für uns ist es wichtig, dass unsere Weidekühe in der Weidesaison so oft wie möglich frisches Gras fressen und sich nach Lust und Laune an der frischen Luft bewegen können. Natürlich müssen hierbei individuelle Bedingungen der landwirtschaftlichen Betriebe berücksichtigt werden. So kann die Anzahl der Beweidungstage je nach Witterung schwanken – denn wenn der Boden zu nass und das Wetter zu schlecht ist, sind auch die Kühe nicht immer gerne draußen.

Fest steht aber: Die PRO WEIDELAND Milchkühe weiden jährlich an mindestens 120 Tagen für jeweils mindestens 6 Stunden pro Tag. Dafür stehen Ihnen mindestens 1000m2 pro Kuh Weidefläche zur Verfügung – um sicherzustellen, dass möglichst viel Gras für unsere Weidemilch aufgenommen wird.

Beweidetes Grünland fördert die Artenvielfalt?

Ja, tatsächlich!

Kühe können mit ihrer Beweidung zur Artenvielfalt beitragen? Ja, tatsächlich gehen Beweidung und Artenvielfalt Hand in Hand. Denn: Das selektive Fraß- und Trittverhalten der Kühe auf der Weide führt zu sehr unterschiedlichen Grasaufwuchshöhen und -stadien. Dieser Effekt kommt den Insekten in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen sehr zugute. Ihnen bietet das beweidete Grünland ideale Rückzugsorte. Auch Schmetterlinge benötigen zur Vermehrung Bereiche, die von den Kühen abgegrast wurden. Darüber hinaus entstehen durch die Beweidung oft kurzrasige Flächen, die von vielen Wiesenvogelarten – wie Staren, Bachstelzen und Kiebitzen – gerne zur Nahrungssuche genutzt werden.

Weide und Tierwohl

Weidehaltung trägt in großem Maße zum Tierwohl bei. Die Kühe fühlen sich auf der Weide schlichtweg wohler – und gehen, wenn sie die Wahl zwischen einem guten Stall und einer guten Weide haben, lieber hinaus auf die Weide. Doch warum eigentlich? Fest steht: Weidehaltung ist die natürlichste Haltungsform von Rindern. Hier können sie ihre natürlichen Verhaltensweisen – wie Grasen, Liegen und Laufen – am besten ausleben. Dabei legen sie gerne mehrere Kilometer am Tag zurück. Diese Bewegung kommt ihrer Gesundheit zugute – Gelenke werden geschont und Klauen richtig belastet. Ein weiteres Argument für die Weide: Der Infektionsdruck ist gegenüber dem Stall vermindert, weshalb deutlich seltener Krankheiten auftreten. Nebenbei können die Kühe auf der Weide soziale Interaktionen (z.B. Kämpfen oder Belecken) wunderbar ausleben. Sie können sich hinlegen – wo sie wollen, neben wen sie wollen und in welchem Abstand sie wollen.

Auch die schönste Weidesaison endet irgendwann

Weidemilch im Winter? Weidehaltung das ganze Jahr über – so schön dieser Gedanke auch ist, so ist er für unsere Landwirte kaum zu praktizieren. Denn gegen Ende des Sommers verlangsamt sich das Graswachstum stark und der Gehalt der für unsere Kühe wichtigen Nährstoffe sinkt. Witterungsbedingt ist es zudem oft schlicht zu nass auf den Weiden, damit die Kühe sich vollends wohlfühlen. Uns ist das Tierwohl der Tiere wichtig – deshalb endet unsere Weidesaison Mitte Oktober im Rahmen unserer Kriterien. Trotzdem ist es wichtig, dass wir das System Weidehaltung mit dem Kauf von Weidemilch auch im Winter fördern. Denn nur so ist Weidehaltung im Sommer möglich. Noch viel wichtiger ist es uns, das System der Weidehaltung zu fördern – und mit dem Kauf von Weidemilch im Winter kann man dieses unterstützen.

Juli/August 2020

Pack die Badehose ein – und dann nichts wie raus aufs Land

Nein, heute geht es nicht durch den Berliner Grunewald geschwind zum Wannsee, wie Cornelia Froboess einst in dem gleichnamigen Schlagerklassiker besang. Obwohl es am Wannsee bestimmt auch schön ist.

Heute geht es aufs Land, genauer gesagt aufs Weideland. Sommer, Sonne, Ferienzeit.

Urlaub auf dem Bauernhof

Und was ist der Deutschen liebstes Reiseland? Genau: Deutschland. Und das seit vielen Jahren übrigens schon. Tendenz steigend. Auf der Beliebtheitswelle schwimmt in diesem Sommer der sogenannte Land- oder Agrotourismus mit, besser bekannt als Urlaub auf dem Bauernhof. Er erlebt derzeit eine Renaissance.

In manchen Regionen hat sich die Zahl der Anfragen von Urlaubern mehr als verfünffacht. Bauernhof Flair très chic.

Ruhe tanken

Der Wunsch vieler Urlauber nach Ferien abseits touristischer Ballungszentren, bevölkerter Strände und überlaufener Hotelanlangen ist größer denn je.

Nicht nur Familien mit Kindern wollen die schönste Zeit des Jahres auf dem Land verbringen. Auch junge Paare und Senioren sehnen sich zunehmend nach einer Auszeit auf dem Bauernhof fernab von Menschenmassen.

Tierhaltung erwünscht

Laut einer Studie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft aus dem Jahr 2017, dominieren aktive Höfe unter den Agrotourismus Anbietern. Die meisten dieser Höfe halten Nutztiere wie Kühe, Schweine, Hühner, Ziegen und Pferde. Tierhaltung ist ein wichtiges Kriterium bei der Urlaubswahl.

Also pack die Badehose ein – wir fahren aufs Land. Aufs PRO WEIDELAND. Dorthin, wo grasende Kühe auf grünen Weiden zum Landschaftsbild fest dazugehören.

Bleibt nur noch zu wünschen: Schöne Ferien!


Juni 2020

Biodiversitätsindikatorenfutterhabitat– alles klar, oder? 

Auf die einfachen Dinge im Leben kommt es an. Weidekühe haben meist eine so gelassene Ausstrahlung, dass sie diese Aussage wohl ohne weiteres bestätigen würden. 

Dieses Fremdwort ist Mist 

Genau. Und obwohl ein Biodiversitätsindikatorenfutterhabitat tatsächlich erstmal nicht mehr als ein Kuhfladen auf einer Weide ist, so ist er zwar Mist, aber auch viel mehr als das. 

Weiden gegen Insektensterben  

Seit dem Ende der 80er Jahre wird beobachtet, dass die Zahl der Fluginsekten in einigen Regionen innerhalb unseres Landes um bis zu 70 % zurückgeht. Das hat zur Folge, dass in unserer Natur viele aufeinander abgestimmte Prozesse durcheinander und somit aus dem Gleichgewicht geraten. So sind Insekten schließlich ein Teil vieler tierischer Nahrungsketten und spielen darüber hinaus auch eine wichtige Rolle in der Pflanzenwelt. Niemand mag sich vorstellen, welche weitreichenden Folgen der Verlust von unseren Feld-und Wiesenvögeln für unsere Artenvielfalt und somit für unser wertvolles Landschaftsbild hätte.

Wissenschaftler bringen das Phänomen des Insektensterbens auch mit dem Rückgang der Weidehaltung in Verbindung. Denn tatsächlich ist es so, dass eine einzelne Kuh bis zu 10 Tonnen Kuhfladen-Masse pro Jahr erzeugt –und in jedem einzelnen Kuhfladen, der nicht in den Stall, sondern auf die Weide fällt, kann im Schnitt  260 Gramm Insektenmasse entsehen. Ein solcher Kuhfladen bietet so Nahrung für beispielsweise eine Trappe (Wiesenvogel), oder für drei Schwarzstörche, oder für 300 Feldlerchen, oder 125 Stare, oder 200 Grasfrösche, oder, oder, oder.

Wenn man diese Leistungauf eine ganze Herde und ein ganzes Jahr hochrechnet wird alles wieder ganz einfach: 
Im Stall muss ordentlich ausgemistet werden. Denn Kühe sorgen für echte Biodiversitätsindikatorenfutterhabitate und gehören deshalb für den Schutz der Artenvielfalt so oft wie möglich auf die Weide. 
#proweideland 


Mai 2020

Zwischen Wiesen und Weiden die Seele baumeln lassen – zeigt uns eure schönsten Fotos

Kontaktbeschränkung, zuhause bleiben, Abstand halten. Das Corona-Virus stellt unseren sonst oftmals durchgetakteten Alltag ganz schön auf die Probe. Das Leben konzentriert sich wieder mehr auf einen selbst. Sonntagspaziergänge finden auf einmal fast täglich statt. Wir schlagen neue Wege ein und lernen unsere Umgebung von anderen Seiten kennen, entdecken heimische Weiden und Wiesen bewusster, die uns einladen, frische Luft zu schnappen und die Seele baumeln zu lassen. 

Kühe grasen wieder auf den Weiden, Vögel zwitschern von den Bäumen, Schmetterlinge und Bienen fliegen von Blume zu Blume und die Schäfchenwolken ziehen langsam am blauen Himmel vorbei. So schön kann unsere Umgebung sein.

Natur genießen und schützen 

So schafft es die Natur, uns auch in unruhigen Zeiten immer wieder aufzumuntern. Damit das auch so bleibt, ist es wichtig, unsere Kulturlandschaft, diese wertvolle Ressource, zu schützen. Durch den Erhalt des Dauergrünlands wird nicht nur der Lebensraum von vielen Tieren bewahrt, sondern auch ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Denn Wiesen und Weiden binden jährlich etwa bis zu 100 Tonnen Kohlendioxid pro Hektar.

Natur verbindet eben – und das ist doch auch das Schöne daran. Nehmt beim nächsten Spaziergang durch das Grünland einfach eure Kamera mit, oder noch einfacher euer Handy, und zeigt uns eure schönsten Motive auf Facebook oder Instagram – wir freuen uns. #proweideland